Fußball in China
Unter Erfolgstrainer Bora Milutinovic konnte sich das Team 2002 erstmals für die Endrunde einer Fußball-Weltmeisterschaft qualifizieren. Die Mannschaft scheiterte in der Qualifikation für die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland denkbar knapp an Kuwait. Das bis dato von Arie Haan trainierte Team wies am Ende der Qualifikation dieselbe Punkanzahl und Tordifferenz, wie die Kuwaitis auf, scheiterte aber aufgrund eines weniger erzielten Treffers.
China - das geheime Mutterland des Fußballs
"Football's coming home" hieß die Hymne der Fußball-EM 1996 in England. Doch was ist damit gemeint? Ist England das Mutterland des Fußballs? Zumindest ist dies die landläufige Meinung zur Geschichte eines der beliebtesten Sportarten der Gegenwart. Ganz richtig ist diese Ansicht jedoch nicht.
Die Wissenschaft datiert die ersten Formen des Fußballs ins dritte Jahrhundert vor Christus zurück. Im Rahmen der militärischen Ausbildung wurde in China ein Ballspiel praktiziert, bei dem eine mit Federn gefüllte Lederkugel in ein kleines Netz befördert werden musste. In der Zeit von 200 vor Christus bis etwa 600 nach Christus erreichte das Fußballspiel den Höhepunkt seiner Beliebtheit in China. Es wurde zu einem beliebten Unterhaltungssport mit zahlreichen Zuschauern. Die ersten Regeln wurden festgelegt und der luftgefüllte Ball wurde erfunden. Im Jahre 900 geriet das Spiel in China schließlich wieder in Vergessenheit.
Der chinesische Fußball legte dann eine mehr als 1000-jährige schöpferische Pause ein. Schließlich, im Jahr 1924, erwachte das eigentliche Gründungsland des Fußballs erneut, und der chinesische Fußballverband wurde gegründet. Von 1931 bis 1958 gehörte die chinesische Nationalmannschaft schließlich dem Weltfußballverband an; seit 1979 ist die Auswahl Chinas Mitglied der FIFA. 1984 machte diese erstmals von sich reden, als sie in das Endspiel des Asien-Cups einzog und gegen Saudi-Arabien verlor. Weiter aufwärts ging es unter dem englische Coach Bob Houghton, mit dem China 1998 immerhin die Bronzemedaille beim Asien-Cup errang.
Das Jahr 2002 gilt als ein Schlüsseljahr in der Geschichte der chinesischen Fußballnationalmannschaft: In diesem Jahr qualifizierte sich die Chinesen unter dem serbischen Trainer Bora Milutinovic erstmals für die Endrunde einer Weltmeisterschaft. Die Qualifikation für die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland verlief hingegen denkbar unglücklich für das chinesische Team. Mittlerweile vom Niederländer Arie Haan gecoacht, scheiterte man in der Vorrunde an Kuwait. Trotz gleicher Punktezahl und Tordifferenz mussten die Chinesen schließlich den Kuwaitis den Vortritt lassen - sie hatten ein Tor mehr erzielt.
Trotz der verpassten Qualifikation zur WM 2006 erfuhr der Fußball im bevölkerungsreichsten Land der Erde weiterhin einen ungeheueren Aufschwung. Gab es 20 Jahre zuvor kaum Punktspiele, Fußballklubs und Fernsehübertragungen, schreitet gegenwärtig die Professionalisierung des Sports voran. Mittlerweile spielen zahlreiche Profis aus dem Ausland in China, viele chinesische Profikicker fanden den Weg zu europäischen Profiklubs. Zudem werden Live-Übertragungen von Spielen der chinesischen und ausländischen Ligen immer populärer.
"Football's coming home?" Die Reise des Fußballs zurück in seine chinesische Heimat ist in vollem Gange…
